Läuferknie selbst behandeln

Erfahre in 3 Schritten: Was ein Läuferknie ist, wie es entsteht und wie du es selbst behandeln kannst.

1. Was ist ein Läuferknie?

Das Läuferknie, in der Medizin auch Ilio-tibiales Bandsyndrom (ITBS) oder Tractussyndrom genannt, ist ein weitverbreitetes Schmerzsyndrom das durch Überbeanspruchung des Bewegungsapparates vor allem bei Läufern und Leistungssportlern auftritt. Allerdings kann jeder von einem Läuferknie betroffen werden. So wird dieses Syndrom auch bei Basketballern, Handballern, Fußballern, Kraftsportlern oder Menschen mit O-Beinen beobachten.

Hierbei treten meist stechende Schmerzen im Kniegelenk oder an der Außenseite des Kniegelenks auf. Die Knieschmerzen durch ein Läuferknie können sowohl von Muskel, Sehne, Kapsel oder Gelenkknorpel ausgehen und machen sich sowohl bei der Bewegung des Knies, beim Laufen (vor Allem Treppenlaufen) und sportlicher Belastung bemerkbar.


2. Wie entsteht ein Läuferknie?

Die Anatomie hinter dem Läuferknie

Faszien sind Weichteil-Komponenten im Bindegewebe, die die Muskeln wie eine Hülle umgeben. Sie bilden das Spannungsnetzwek für unsere Muskeln. Der Tractus iliotibialis ist so ein Faszienstreifen, der die Außenseite des Oberschenkels stützt. Diese Muskelhülle zieht sich dabei vom Darmbeinkamm nach unten bis zum Schienbeinkopf.  Dieses Band spielt vor Allem beim menschlichen Stand eine große Rolle und kann ähnlich einem Gummiband Energie speichern und später wieder abgeben. Durch ständiges Beugen und Strecken des Kniegelenkes kann es bei Überbeanspruchung zu Reizzuständen kommen.

Beim Läuferknie treten Schmerzen deswegen auf, weil dieser Faszienstreifen an der Gelenksvorwölbung des Oberschenkels reibt. Man könnte es sich wie ein Seil vorstellen, welches an einer Kante reibt und das immer und immer wieder. Bei einer schmerzfreien Bewegung gleitet der Tractus (also der Faszienstreifen) ganz normal am Kniegelenk vorbei. Bei einem Läuferknie hingegen, reibt sie immer wieder am Knochen, wodurch das umliegende Gewebe strapaziert und gereizt wird und sich dadurch entzünden kann. Auch die Knochenhaut oder die Schleimbeutel können sich dadurch entzünden und Schmerzen verursachen.

Mehr dazu erfährst du im Bereich Läuferknie Ursachen


Die Symptome eines Läuferknies

Wie schon beschrieben sind die häufigsten Symptome stechende Schmerzen an der Außenseite des Knies oder direkt im Kniegelenk. Oft werden die Schmerzen aber unterschiedlich beschrieben und sind daher auch individuell. Die Schmerzen können von einem leichten Ziehen bis hin zu starken Schmerzen reichen, die ein normales Laufen unmöglich machen und das normale Leben deutlich einschränken. Viele Betroffene leiden allerdings nur akut nach dem Sport oder bei sportlicher Betätigung unter den Schmerzen.

Der Bereich ist oft druckempfindlich und ein Ablegen der Kniescheibe (z. B beim Hinknien) löst Schmerzen aus.

Geräusche im Knie sind ebenfalls ein Anzeichen für ein Läuferknie. Dies kann sich in Form eines Knistern oder Reiben äußern.

Mehr dazu erfährst du im Bereich Läuferknie Symptome


3. Wie kann ich ein Läuferknie selbst behandeln?

Behandlung, Therapie und Vorbeugung eines Läuferknies

  • Was tun bei einem Läuferknie?
  • Wie behandelt man ein Läuferknie?
  • Wie kann ich das Knie eigenbehandeln?

Ein Läuferknie, dass z. B nach sportlicher Belastung akut schmerzen bereitet, sollte zunächst ruhig gestellt werden. Das heißt man sollte das Knie nicht mehr belasten und nach Möglichkeit hochlegen. Ein Druckverband und Eis kann unterstützend wirken. Solange noch Schmerzen bei Bewegungen auftreten, sollte von einer erneuten hohen sportlichen Belastung abgesehen werden. Ebenfalls können entzündungshemmende Mittel und Salben helfen, diese sollten aber nur bei zusätzlich starken Schmerzen genommen werden. Ärzte empfehlen das Knie, wenn möglich, auf natürliche Weise heilen zu lassen.

Zur Behandlung des Läuferknies sind verschiedene Dehn- , Massage- und Druckbehandlungen mit einer Faszienrolle (Blackroll) oder einem Massageball zu empfehlen. Diese lösen und lockern Verspannungen und Unebenheiten im Bindegewebe (Faszien). So beschreiben viele Athleten und Betroffene, welche von einem Läuferknie geplagt wurden, von einer deutlichen Verbesserung bis zur vollständigen Heilung nach mehreren Anwendungen. Diese Anwendungen sollten weiterhin durchgeführt werden um einem Läuferknie vorzubeugen. Nebenbei helfen diese auch zur Leistungssteigerung und Muskelkaterreduktion.

Weiterhin sind Kinesiotapes und Kniebandagen ideal zur Unterstützung der Heilung und zur Vorbeugung eines erneuten Läuferknies, gerade bei ständiger Belastung des Knies. In der Physiotherapie finden diese Methoden schon lange erfolgreich ihre Anwendung.

Mehr dazu erfährst du im Bereich Läuferknie Behandlung und Therapie sowie unter Läuferknie Vorbeugung

Übungen zur Behandlung eines Läuferknies findest du unter Übungen


Risikofaktoren für ein Läuferknie

Generell sind natürlich alle betroffen, die intensiv und oft sportliche Belastung auf das Knie ausüben. So sind meist Leistungssportler und Langstreckenläufer von einem Läuferknie betroffen. Allerdings kann dieses Syndrom jeden treffen. Auch Menschen mit O-Beinen haben ein größeres Risiko ein Läuferknie zu bekommen.

Mehr dazu erfährst du im Bereich Risikofaktoren


Übungen bei einem Läuferknie

Zum Glück können Übungen mit Faszienrolle (Blackroll) und Massageball, sowie vorbeugende Maßnahmen wie Kinesiotapes und Kniebandagen Abhilfe schaffen. Die Übungen lindern den Schmerz und heilen das Knie wieder, indem sie die Faszien bearbeiten und massieren.

Mehr dazu erfährst du im Bereich Übungen